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Motivation - Was machst Sport mit mir?

In der Entwicklungsgeschichte des Menschen spielte Bewegung eine zentrale Rolle. Die Jäger und Sammler der Urzeit bewegten sich täglich viel und intensiv. Sie liefen lange Strecken, sie kletterten und bewegten gewichte. Deswegen ist unser Körper auch heute noch auf Bewegung ausgerichtet und nicht auf Sitzen oder Liegen. Unsere körpereigenen Systeme wie Knochen und Muskeln werden nur dann mit den notwendigen Nährstoffen versorgt, wenn sie in regelmäßigen Abständen bewegt und belastet werden. Belastungsreize dienen also der Gesunderhaltung des Körpers. Und das gilt in jedem Alter.

 

Wer sich regelmäßig sportlich betätigt:

  • fühlt sich fitter
  • gesünder
  • empfindet sich als (und wirkt vielleicht auch) attraktiver
  • ist geistig flotter,
  • resistenter gegen Stress
  • stärker und zwar physisch wie psychisch
  • schläft besser
  • kann möglicherweise konservativ Fehlstellungen oder andere körperliche Probleme kurieren (nach Absprache mit einem Arzt oder Therapeuten)
  • lernt neue Freunde kennen
  • entdeckt garantiert neue Stärken und Talente, die sie/er vorher nicht für möglich hielt. Nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch sozial, beruflich, privat. Es ist schon mehr als einmal vorgekommen, dass sich durch Sport ganze Lebenswege und -Einstellungen geändert haben.

 

Training statt Tabletten

Während Sport bei Krebs begleitend zu OP, Strahlen- oder Chemotherapie erst seit einigen Jahren konsequent eingesetzt wird, gilt er bei anderen Krankheiten schon länger als etabliert. "Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes hat Bewegung eine Effektstärke, die durchaus mit Medikamenten vergleichbar ist", sagt Professor Wilhelm Bloch, Leiter der Abteilung für molekulare und zelluläre Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln.

Das belegt unter anderem eine 2013 im British Medical Journal publizierte Studie. Ein internationales Forscherteam hatte dafür 300 Studien mit fast 340 000 Patienten analysiert, um herauszufinden, wie sich körperliche Aktivität etwa auf Herzleiden, beginnenden Diabetes oder die Regeneration nach Schlaganfall auswirkt. Tatsächlich erwies sich Sport bei fast allen untersuchten Krankheiten als ähnlich lebensverlängernd wie die Therapie mit Arzneimitteln.

 

Die Seele mag es sportlich

Bei Depressionen etwa konnte im vergangenen Jahr eine internationale Studie zeigen, dass Bewegung starke positive Wirkungen hat. Doch warum? "Es werden ganz verschiedene Mechanismen diskutiert", erklärt Psychologe Dr. Frank Euteneuer von der Uni Marburg. "Etwa dass Sport ablenkt. Oder dass Patienten dabei erfahren, dass sie selbst etwas ändern können."

Außerdem liefern zunehmend mehr Untersuchungen Hinweise, dass Bewegung Prozesse im Stoffwechsel günstig beeinflusst, die bei Depressiven aus dem Gleich­gewicht geraten sind – und deshalb wie eine Art Antidepressivum wirkt.

 

Insbesondere intensives Training hat Effekte

All diese Studien trugen dazu bei, dass unsere Muskeln mittlerweile nicht mehr nur als Masse wahrgenommen werden, sondern als wichtiges Stoffwechselorgan – das erst durch große körperliche Anstrengung so richtig in Schwung kommt.

Beim Einsatz von Sport in der Therapie hat das zu einem Umdenken geführt. Jetzt werde die Belastung wesentlich genauer dosiert, erläutert Sportwissenschaftler Zimmer. "Früher sagte man pauschal: Moderate Bewegung ist das Beste. Heute würde man darauf achten, dass ein Training auch mal intensive Einheiten enthält."

Das gilt auch für Studienprogramme mit Krebspatienten, wie sie die Sporthochschule Köln zusammen mit der dortigen Universitätsklinik durchführt. Selbst geschwächte Tumor­patienten werden dort nicht geschont, sondern gefordert. Die Mediziner führen die Patienten vorsichtig an ­ihre persönlichen Belastungsgrenzen und achten anschließend auf aus­reichende Pausen zur Regeneration und Erholung. "Im Prinzip passiert das Gleiche wie beim Training von Athleten: Es wird ein Reiz gesetzt, den man nach und nach erhöht", so Bloch.  

 

Quelle: https://www.apotheken-umschau.de/Sport/Weshalb-Bewegung-so-gesund-ist-534569.html

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Kommentare: 1
  • #1

    M. Wachmann (Montag, 12 August 2019 16:43)

    Sehr cool! Weiter so - ich bin gespannt was noch so kommt!